REVIEW ON METAL.DE (GER)

Das Cover sieht so nüchtern und ereignislos aus, wie die Musik aus den Boxen tönt. Die italienische Industrial-Rock-Firma HATE INC. präsentiert auf ihrem Debütalbum zwar eine durchaus hörbare aber gleichermaßen abgenutzte Mischung aus deftigen NINE INCH NAILS Einflüssen, Cyberflair und balladesken Anflügen.

HATE INC. wurden 2002 vom Sänger und Gitarristen Vincent Vega (sehr einfallsreich) aus der Taufe gehoben und können bisher auf kleinere Veröffentlichungen und Liveerfahrung zurückblicken. Auf der Bühne mag durch spartanischere Bedingungen, als man sie im Studio mit Victor Love (DOPE STARS) genießen durfte, eine rauheres, ansprechenderes Klangbild entstehen, doch auf Konserve?
Etwas kraftlose Riffs, die dennoch mit Groovepotential daherkommen (“Hypnotist”), Synthesizerplastik und MINISTRY-Zitate (“Breed”), poppig-flockige Uptempo-Stücke (“Dissatisfaction”) und der Sound des geistigen Vaters Reznor (“Fragments”). Dazwischen ist immer Platz für eingängige Melodien, eingestreute Samples und, als Kontrastprogramm zu den handfesteren Stücken, gediegenere Rockballaden, die den kalten Industrialcharme völlig abstreifen. Alles durchaus ambitioniert, aber leider auch ziemlich blutarm inszeniert.

HATE INC. schaffen es über die volle Distanz leider nicht aus der Spur zu springen, in der schon zuviele Bands vor ihnen ihre Abdrücke hinterlassen haben.

Bastian Voigtlander

direct link: http://www.metal.de/industrial–electronic/review/hate-inc/46717-art-of-suffering/

2011-06-16T12:45:03+00:00